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Das schönste Panorama Baden-Württembergs

Festungsruine Hohentwiel

Büste Konrad Widerholts; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Arnim Weischer
Der Verteidiger der Festung

Konrad Widerholt

Den einen galt er als Held, den anderen als Unhold: Konrad Widerholt (ca. 1598–1667), im Dreißigjährigen Krieg Kommandant der Festung Hohentwiel, war für die erfolgreiche Verteidigung der Festung berühmt. Häufig jedoch unternahm er Raubzüge in die Umgebung um die Versorgung der Burganlage zu sichern.

Büste Konrad Widerholts; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Arnim Weischer

Büste Konrad Widerholts.

Woher kam Widerholt?

Konrad Widerholt war kein Württemberger. Er stammte aus Hessen, begann seine militärische Karriere mit 17 Jahren im Dienst der Hanse Bremen und Hamburg. Zwei Jahre später heiratete er die Tochter des Kommandanten von Helgoland. Im selben Jahr ging er nach Venedig, wo er einen Bruder des Herzogs Johann Friedrich von Württemberg – Herzog Magnus – kennenlernte. In württembergischen Diensten tat er sich im Dreißigjährigen Krieg hervor und stieg rasch auf. Nach der Schlacht von Nördlingen 1634 wurde er Kommandant der Festung Hohentwiel.

Porträt des Herzogs Eberhard III. von Württemberg, Kupferstich um 1654; Foto: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg, Robert Bothner

Herzog Eberhard III. von Württemberg.

Was trieb Widerholt an?

Gegen den Willen Herzog Eberhards III., der mit der Schlacht von Nördlingen sein Land verloren hatte und den Hohentwiel 1637 dem Kaiser auszuliefern bereit war, hielt Widerholt die Festung und verbündete sich mit den Franzosen. Widerholt war ein strenger Protestant. Sich dem katholischen Kaiser zu unterwerfen, wäre für ihn daher nicht in Frage gekommen. Mit der Rückendeckung der Franzosen gelang es Widerholt den Widerstand gegen fünf kaiserliche, bayrische oder spanische Blockaden zu organisieren.

Festungsruine Hohentwiel, Ruine der Kirche in der oberen Festung; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Arnim Weischer

Die ehemalige Kirche in der umgebauten Rossmühle auf Festung Hohentwiel.

Festungsruine Hohentwiel, Soldatenunterkunft in der unteren Festung; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Arnim Weischer

Die Soldaten wohnten in der unteren Festung.

Worauf beruhte sein Erfolg?

Widerholt setzte auf Guerilla-Taktik und eine Strategie des Terrors: Er unternahm Raubzüge in ganz Südwestdeutschland, erpresste Zahlungen und zermürbte so die Moral der Belagerer. Seine kühnen Ausfälle sicherten darüber hinaus die Versorgung der Festung; hierfür sorgte auch eine Windmühle mit horizontalen Flügeln, die der findige Kommandant auf dem Hohentwiel konstruierte. Im Jahr 1650 übergab Widerholt dem Herzog Eberhard III. die Festung und wurde mit einem Rittergut belohnt. 

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