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Das schönste Panorama Baden-Württembergs

Festungsruine Hohentwiel

Porträt Johann Jakob Mosers, Gemälde um 1780; Foto: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg, Robert Bothner
Bei Herzog Carl Eugen in Ungnade gefallen

Johann Jakob Moser

Johann Jakob Moser (1701–1785) gilt als Vater des deutschen Staatsrechts. Als Berater der württembergischen Landstände geriet er mit Herzog Carl Eugen von Württemberg und dessen absolutistischen Bestrebungen in Konflikt. Dieser ließ den Juristen für fünf Jahre auf der Festung Hohentwiel festsetzen.

Silberner Becher mit dem Wappen der württembergischen Landstände; Foto: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg, Urheber unbekannt

Becher mit dem Wappen der Landstände.

Wie kam Moser zu seiner Arbeit?

Moser wurde in Stuttgart geboren und stammte aus der altehrwürdigen württembergischen Familie der Moser von Filseck. An der Universität Tübingen absolvierte er ein Studium der Rechte.  Doch als Protestant blieb ihm eine Karriere am kaiserlichen Hof in Wien verwehrt. Er wurde Professor in Tübingen und Frankfurt an der Oder und verfasste sein „Teutsches Staatsrecht“, das  in Jahren 1737 bis 1754 in 50 Teilen erschien. Nach einer Zwischenstation in Hessen folgte Moser dem Ruf als Rechtsberater der württembergischen Landstände.

Porträt des Herzogs Carl Eugen von Württemberg, um 1760; Foto: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg, Dieter Jäger

Schillernde Figur der Landesgeschichte.

Vom Herzog verhaftet – zu Recht?

Herzog Carl Eugen brauchte Geld: Im Jahr 1744 hatte er die Regierung angetreten und wollte Württemberg zu einem glanzvollen Staat machen. Im Siebenjährigen Krieg (1756 bis 1763) versuchte er daher Einnahmen zu erzielen, indem er Truppen ausheben ließ und diese an Österreich vermietete. Dies widersprach der Verfassung, da die Landstände ihre Genehmigung hierzu hätten erteilen müssen. Entsprechend widersetzten sie sich den Plänen des Herzogs. Carl Eugen nahm an, Moser sei der Anstifter dieses Widerstandes und ließ ihn 1759 ohne Anklage und gerichtliches Verfahren verhaften.

Wie überstand Moser die Festungshaft?

Obwohl Moser nicht wie ein gewöhnlicher Straftäter in Ketten gelegt und in den Gewölbekeller geworfen wurde, war seine Gefangenschaft entbehrungsreich: Um seinen Schreibdrang zu treffen, stellte man ihm weder Papier noch Schreibmaterial zur Verfügung. Ohne zu schreiben konnte der Jurist, der im Lauf seines Lebens mehr als 500 Bücher verfasste, jedoch nicht leben. Mit dem Ruß aus der Feuerstelle schrieb er hunderte Kirchenlieder an die Wände. Als er schließlich im Alter von 63 Jahren frei kam, widmete er den Rest seines Lebens der Schriftstellerei.

Festungsruine Hohentwiel, Gewölbekeller der oberen Festung; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Arnim Weischer

Ein sicheres Gefängnis: der Gewölbekeller.

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