Bandhaus in der oberen Festung der Festungsruine Hohentwiel.

900 Einträge im Gästebuch

Das Willkommbuch

Ein „Willkommbuch“ – so nannte er es – stiftete Herzog Eberhard III. von Württemberg, als er im Juni 1652 mit großem Gefolge den Hohentwiel besuchte. Es war ein in Leder gebundenes Buch aus bestem Züricher Papier, in dem sich im Lauf der Zeit mehr als 900 Gäste verewigten.

Unter Festung der Festungsruine Hohentwiel.

Der Weg zum Hohentwiel ist steinig und steil.

Vom Steineschleppen

„Ich trug ein Stein auf Hohentwiel, von 50 Pfund ist gar nicht viel, doch tranke aus dem Becher Wein, Gott woll mir weiter gnädig seyn“, schreibt 1697 ein Freiherr von Ow ins Willkommbuch. Er kommentiert damit einen Brauch aus der Zeit Herzog Ulrichs, dass nämlich jeder Besucher mindestens 20 Kilogramm Steine bis in den Vorhof der Burg schleppen musste und dafür mit Wein belohnt wurde. „Ich hab getragen gar nicht schwer, hergegen gesoffen desto mehr“, antwortet darauf ein Graf von Forstner.

Portät des Herzogs Carl Eugen von Württemberg mit etwa 12 Jahren, Kupferstich um 1740.

Carl Eugen von Württemberg mit etwa 12 Jahren.

Kein Vergnügen

Während des Österreichischen Erbfolgekriegs weilten der junge Herzog Carl Eugen und seine Brüder 1741 zwei Monate lang sicherheitshalber auf dem Hohentwiel. Der Sekretär und Geheime Registrator Johann Christoph Knab, der sie begleitete, schrieb ins Willkommbuch: „Wenn jemand mich in Stuttgardt sucht, so sprecht ich sey mit in der Flucht, zu Hohen Twiel, auf Felß und Stein, wo rauhe Lufft und saurer Wein, Vergnügenheit mein ganz vergißt, den hol der Fuchs, so schuld dran ist.“

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