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Das schönste Panorama Baden-Württembergs

Festungsruine Hohentwiel

Festungsruine Hohentwiel, Soldatenunterkunft; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Arnim Weischer
Der Hohentwiel als Symbol nationaler Begeisterung

Verborgener Schatz:

Zwei Medaillons

Im 19. Jahrhundert wurde der Hohentwiel zu einem Symbol nationaler Begeisterung. Hieran erinnern noch heute zwei Medaillons, die Joseph Victor von Scheffel und Otto von Bismarck zeigen.

Der Hohentwiel als Symbol nationaler Begeisterung

Zwei Medaillons an der Innenwand des Zeughauses erinnern an den Schriftsteller  Joseph Victor von Scheffel und den Reichskanzler Otto von Bismarck. Scheffels äußerst beliebter Liebesroman „Ekkehard“ führte seine Leser in die historische Glanzzeit der ottonischen Epoche und rührte so an die wachsende Sehnsucht der Zeitgenossen nach nationaler Einheit. Mit der Bismarckschen Reichsgründung 1871 sah ein großer Teil der Bevölkerung diesen Traum erfüllt. Als Schauplatz des Romans rückte die Festung Hohentwiel wieder in den Fokus des öffentlichen Interesses und wurde zu einem Symbol nationaler Begeisterung.

Festungsruine Hohentwiel, Scheffel-Medaillon; Foto: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg, Arnim Weischer

Scheffel-Medaillon am Zeughaus.

Bestsellerautor Joseph Viktor von Scheffel

Joseph Viktor von Scheffel (1826–1886) kam 1854 zum Hohentwiel, verbrachte einige Wochen im Gasthaus und schrieb dort den Roman „Ekkehard“. Die Liebesgeschichte zwischen Hadwig, der Witwe Herzog Burkhards von Schwaben, und dem Mönch Ekkehard wurde zum meistgelesenen Roman des 19. Jahrhunderts: Die Herzogin holt sich den hochgebildeten St. Gallener Mönch auf ihre Burg. Er soll ihr Latein beibringen, aber die gemeinsamen Lehrstunden lassen bald andere Leidenschaften aufkommen. Tatsächlich gab es zu Hadwigs Zeit einen Mönch namens Ekkehard im Kloster von St. Gallen, doch Scheffel schmückte die historisch verbürgte Verbindung zur Herzogin nach Herzenslust aus.

Festungsruine Hohentwiel, Bismarck-Denkmal in Karlsruhe-Durlach; Foto: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg, Andrea Rachele

Das Bismarck-Denkmal in Karlsruhe-Durlach.

Reichskanzler Otto von Bismarck

Otto von Bismarck war von 1871 bis 1890 der erste Kanzler des Deutschen Reiches, dessen Gründung er maßgeblich vorangetrieben hatte und dessen Politik er entscheidend mitbestimmte. Nach seiner Entlassung 1890 wurde er überall im Deutschen Reich verehrt. Das Medaillon auf dem Hohentwiel bietet nur eines von unzähligen Zeugnissen der Ehrerbietung. Nach seinem Tod 1898 entstanden insgesamt 240 Bismarcktürme, verteilt auf das ganze Gebiet des Deutschen Reiches.

Der Hohentwiel als Ort der nationalen Begeisterung

Josef Viktor von Scheffels Liebesroman „Ekkehard“ weckte das Interesse der Öffentlichkeit an der Festungsruine Hohentwiel als Ort und Symbol nationaler Einheit. So stiftete im Mai 1888 die Hohentwiel-Gesellschaft Scheffel dem Reichskanzler Bismarck und dem Dichter Scheffel je ein Bronzemedaillon. Besonders der Dichter erfährt in Singen und auf dem Hohentwiel große Verehrung. Im Jahr 1906 wurden die Hohentwiel-Festspiele ins Leben gerufen und hierfür eine Festspielhalle gebaut. Bis zum Ersten Weltkrieg kamen hier neben einer Bühnenfasssung des „Ekkehard“ Stücke von Wildenbruch, Schiller und Goethe zur Aufführung.

Festungsruine Hohentwiel, Luftansicht; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Achim Mende

Ort und Symbol nationaler Begeisterung: die Festungsruine Hohentwiel.

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