Langer Bau der oberen Festung der Festungsruine Hohentwiel

Sagenumwobene Klostergründerin

Hadwig von Schwaben

Hadwig (ca. 939 – 994), die Witwe Herzog Burkhards III. von Schwaben, regierte nach seinem Tod erfolgreich das Herzogtum und gründete auf dem Hohentwiel ein Kloster. Bekannt ist sie vor allem durch Joseph Viktor von Scheffels Roman „Ekkehard“.

Zisterne vor dem Langen Bau der oberen Festung der Festungsruine Hohentwiel

Hadwig sorgte für den Fortbestand der Festung.

Welche Rolle übernahm Hadwig?

Tochter des Herzogs von Bayern und Nichte König Ottos I.: eine interessante Braut. Hadwig hatte ursprünglich sogar mit dem Kaiser von Byzanz verheiratet werden sollen. Als ihr Mann 973 starb, ging Hadwig ihre eigenen Wege: Obwohl der König offiziell einen Verwandten als Nachfolger eingesetzt hatte, führte sie die Geschäfte des Herzogtums weiter und beeinflusste die Politik. Sie versuchte sogar, ihren Lehrer und Vertrauten, den Mönch Ekkehard aus St. Gallen, zum Erzieher des späteren Kaisers Otto III. zu machen.

Warum ein Kloster?

Um 970 hatte Hadwig das Benediktinerkloster St. Georg auf dem Hohentwiel gegründet. Im Archiv existiert noch eine Liste von 27 Mönchen, die damals hier einzogen. Von den Klosterbauten jedoch fehlt jede Spur. Mit dem von ihr gut ausgestatteten Kloster betrieb Hadwig gezielt Politik, um ihren Bruder bei seinem Griff nach der Königskrone zu unterstützen. Übrigens: Schon um 1005 wurde das Kloster nach Stein am Rhein verlegt – heute eine der besterhaltenen mittelalterlichen Klosteranlagen der Schweiz.

Scheffel-Medaillon am Zeughaus der Festungsruine Hohentwiel

Der Schriftsteller Scheffel machte Hadwig berühmt.

Wie wurde Hadwig später berühmt?

Der Roman „Ekkehard“ von Joseph Viktor von Scheffel (1826–1886) war seinerzeit ein Bestseller: Kein Roman verkaufte sich besser. Die Liebesgeschichte zwischen der Herzogin und dem Mönch Ekkehard, die natürlich nur tragisch enden konnte, entsprach dem Geschmack der Zeit. Für Theater- und Opernversionen wurde am Fuß des Hohentwiel eigens eine Festspielhalle in den Formen einer großen romanischen Basilika errichtet. Das heutige Hohentwiel-Festival geht auf diese Festspiele zurück. 1989 entstand eine sechsteilige Fernsehserie der ARD, die den Roman neu erzählte.

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