Luftansicht der Festungsruine Hohentwiel

Ein sicherer Ort für die Herrschenden

Die Anlage

Ihre Verteidigungsmauern und Kasematten, ihre mächtigen Turmstümpfe und die großen Häuserruinen geben noch heute einen guten Eindruck davon, wie die Festung auf dem Hohentwiel in vergangenen Jahrhunderten gewirkt haben muss – sie galt als uneinnehmbar und war das auch.

Blick von der oberen auf die untere Festung der Festungsruine Hohentwiel

Blick von der oberen auf die untere Festung.

Zugang durch einen Tunnel

Die gewaltigen Zacken der letzten, sternförmigen Befestigungsanlage, die der Ingenieur Samuel von Herbort 1735 anlegte, sind heute noch an vielen Stellen zu sehen. Dazu gehört das Alexandertor, eigentlich ein Tunnel, der den Zugang zur unteren Festung gewährt. Die untere Festung, auch Vorhof genannt, enthielt alles Notwendige für die Versorgung der Burg: die Marketenderei – eine Art Kaufhaus –, eine Apotheke mit Arztwohnung, eine Bäckerei, eine Scheune, eine Kelter, Ställe, eine Wagenremise.

Die untere Festung der Festungsruine Hohentwiel

Die untere Festung mit zackenförmiger Bastion.

Bastionen zur Verstärkung

Der Weg hinauf zur oberen Festung führt über einen Engpass: den besonders verstärkten „Schmittefelsen“. Er trägt seinen Namen von der Schmiede, die sich an dieser Stelle befand. Wärterhäuser, Brücken und Tore sicherten den Aufstieg, an dessen Ende der Hauptmannsturm mit der Kommandantenwohnung steht. Die gesamte Festung ist von Bastionen umgeben, die aus den Jahren 1627 bis 1634 stammen. Eine weitere, ältere Mauer mit halbrunden Türmen umschließt den um einen Hof gelagerten Kasernentrakt.

Der Lange Bau der Festungsruine Hohentwiel

War unter anderem ein Stall – der Lange Bau.

Obere Festung

Die obere Festung besteht im Wesentlichen aus zwei Teilen: dem Fürstlichen Haus und der Kaserne mit Stallungen und Unterkünften, der sogenannte Lange Bau. Dazwischen erhebt sich die frühere Rossmühle, 1645 zur Kirche umgebaut. Der Kirchturm ist heute das noch am höchsten aufragende Gebäude. Die Kirche und der Lange Bau umschließen den Paradeplatz. Bis zu 30 Soldaten lebten hier im 16. Jahrhundert und bis zu 130 Mann im 18. Jahrhundert – in Kriegszeiten noch mehr. Und: Die meisten Soldaten hatten Familie.

Der Lange Bau der Festungsruine Hohentwiel

Der Lange Bau hinter dem Paradeplatz.

Das Rondell Augusta der Festungsruine Hohentwiel

Ideal zur Verteidigung – das Rondell Augusta.

Das Rondell Augusta

Mit einem Durchmesser von 25 Metern ist das Rondell Augusta, gelegen an der Südwestecke vor dem Fürstlichen Haus, die mächtigste Rundbastion in Südwestdeutschland. Durch ihre massive Konstruktion war das Rondell ideal für die Platzierung von schweren Geschützen. Direkt neben dem Rondell steht das Zeughaus, in dem schwere Waffen, Munition und Pulver lagerten – 1616 befanden sich hier riesige Mengen an Pulver und Blei, 47 schwere Geschütze und 612 Handfeuerwaffen. 

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