Viele Nutzungen und Spuren des Alltagslebens auf der Burg finden sich noch heute. Zu ihnen gehört auch die Domäne am Aufstieg zur Festung, die als Wirtschaftsbetrieb der Garnison Lebenswichtiges zur Verfügung stellen musste.
Von hier kamen auch Holz, Getreide und Heu. Außerdem unterhielt man einen eigenen Friedhof, die eigene Gerichtsbarkeit, die im "Galgenrain" sichtbar wurde, fürstliche und Garnisons-Wohnungen, ein Gasthaus, eine Apotheke, eine Schmiede, eine Küferei, Brunnenanlagen und natürlich ein gut bestücktes Waffenarsenal.
Während des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) wurde die lohnende Befestigung des Hohentwiel durch mehrfach gescheiterte Belagerungen deutlich: Der Kommandant Konrad Widerholt widerstand in der Zeit von 1635 bis 1644 fünf feindlichen Angriffen. Widerholt, der als Württemberger auf protestantischer Seite stand, errichtete auf dem Hohentwiel zwischen 1643 und 1645 eine Kirche. Im Jahr 1650 gab er dem württembergischen Herzog Eberhard III. die Festung Hohentwiel unbeschadet zurück.
Diese Befestigung nützte den letzten Kommandanten des Hohentwiel nichts mehr, als sie vom französischen General Vandamme, der im 2. Koalitionskrieg mit übermächtigen napoleonischen Truppen vor dem Hohentwiel stand, zur Übergabe gezwungen wurden.
Im 19. Jahrhundert mit seinen romantisierenden und historisierenden Interessen blieb der Hohentwiel bedeutsam. Der Tourismus und die "Hohentwiel-Festspiele" eroberten die ehemalige Ritterburg. Im Jahr 1941 stellte man den Hohentwiel und seine Umgebung unter Naturschutz. Das 1994 eingerichtete Informationszentrum in der alten Remise der Domäne zeigt den Besucherinnen und Besuchern nicht nur ein Modell des Hohentwiel im Zustand des 18. Jahrhunderts, es informiert auch mit Videofilmen über die Festungsruine.